Treesoft CAD Grundlagen – auch für Profis

Referentin: Julia Homberg – Service
ACC verstehen. Befehle schneller finden. Effizienter projektieren.
Du arbeitest bereits mit Treesoft CAD – vielleicht sogar schon seit vielen Jahren. Aber kennst du auch die Logik, die hinter der Bedienung, den Symbolnamen, den Textformaten, den Katalogen und den Beschriftungsfunktionen steckt?
Viele Funktionen werden täglich genutzt, ohne dass alle Möglichkeiten und Zusammenhänge bekannt sind. Genau hier setzt dieser Workshop an. Julia Homberg zeigt dir nicht nur, wo du eine Funktion findest, sondern vor allem, warum Treesoft CAD an dieser Stelle so arbeitet und wie die verschiedenen Funktionen ineinandergreifen.
Im Mittelpunkt steht unser ACC – Accelerated CAD Control, die beschleunigte CAD-Steuerung von Treesoft. Wenn du das dahinterliegende System verstanden hast, findest du Befehle leichter, nutzt Tastatur und Maus gezielter und passt Treesoft CAD sinnvoll an deine persönlichen und betrieblichen Anforderungen an.
Dieser Workshop richtet sich deshalb ausdrücklich nicht nur an Einsteiger. Auch erfahrene Anwender entdecken erfahrungsgemäß zahlreiche Funktionen und Zusammenhänge, die sie bisher nur teilweise genutzt oder noch nicht vollständig verstanden haben.
Dabei bleibt ausreichend Zeit für deine Fragen. Julia zeigt dir die Funktionen in Ruhe und erklärt die Hintergründe anhand praktischer Beispiele.
Das nimmst du aus dem Workshop mit
Du erfährst,
- wie das ACC-Bedienkonzept aufgebaut ist und warum es deine Arbeit deutlich beschleunigen kann,
- wie du Funktionen, Symbole und Artikel schneller findest,
- wie du Treesoft CAD sinnvoll an deine Arbeitsweise anpasst,
- wie Symbolnamen, Textformate, Kataloge und Beschriftungsregeln zusammenwirken,
- wie du typische Fehler bei Symbolerstellung, Auswertung und Betriebsmittelkennzeichnung vermeidest,
- und warum einige Arbeitsweisen zwar technisch möglich, aber trotzdem unnötig aufwendig sind.
ACC verstehen – die Logik hinter der schnellen Bedienung
Schon einmal eine E-Mail-Adresse, ein Passwort oder einen Suchbegriff über die Bildschirmtastatur eines Fernsehers eingegeben? Dann weißt du, wie umständlich es ist, jedes einzelne Zeichen mit einer Fernbedienung anzusteuern. Mit einer Tastatur geht es wesentlich schneller.
Genau deshalb ist Treesoft CAD seit der ersten Version konsequent auf eine schnelle Bedienung mit Tastatur und Maus ausgerichtet. ACC steht für Accelerated CAD Control – Beschleunigte CAD-Steuerung. Dahinter verbirgt sich keine zufällige Sammlung von Tastenkürzeln, sondern ein durchgängiges Bedienkonzept aus inhaltlichen und räumlichen Zusammenhängen.
Solange du keinen Text eingibst, steht die Tastatur im Zeichenmodus für direkte Befehlsaufrufe zur Verfügung. Deshalb genügt für viele der wichtigsten Zeichenfunktionen eine einzige Taste:
[L]für Linie[K]für Kreis[R]für Rechteck[T]für Text[P]für Punkt[S]für Schraffur
Nicht jede Funktion lässt sich sinnvoll über den Anfangsbuchstaben ihres Namens aufrufen. Deshalb nutzt ACC zusätzlich die räumliche Anordnung der Tasten. Ein gutes Beispiel sind die unmittelbar nebeneinanderliegenden Tasten [,], [.] und [-]:
- Mit
[.]fährst du den nächsten Anfangs- oder Endpunkt einer Linie, den Bezugspunkt eines Symbols oder den Eckpunkt eines Rechtecks an. - Mit der links danebenliegenden Taste
[,]fährst du den nächsten zu beschriftenden Platzhaltertext an und startest gleichzeitig die passende Beschriftungsfunktion. - Mit der rechts danebenliegenden Taste
[-]fährst du ein Betriebsmittelsymbol an und ordnest diesem die zugehörigen Artikelnummern zu.
Mit [Strg] und der jeweiligen Taste rufst du in der Regel die dazugehörige erweiterte Auswahl auf.
Julia zeigt dir, wie du diese Logik verinnerlichst und unterschiedliche Befehle so miteinander kombinierst, dass du deutlich flüssiger arbeitest und unnötige Wege zwischen Maus, Menüs und Symbolleisten vermeidest.
ACC geht weit über Tastenkürzel hinaus
Auch die Namen unserer Symbole folgen einem festgelegten System. Geübte Anwender wählen ein Symbol deshalb häufig nicht über den Katalogbaum, sondern rufen mit [F4] die Funktion Symbol setzen auf und geben direkt einen Teil des Symbolnamens ein.
Der erste Buchstabe des Symbolnamens orientiert sich am Kennbuchstaben des Betriebsmittels. So findest du beispielsweise über:
Xdie Klemmen,Qdie entsprechenden Schaltgeräte,SSchalter und Taster,QMMotorschutzschalter,QLLeistungstrennschalter.
Über den Namen wird gleichzeitig festgelegt, mit welchem Kennbuchstaben das Betriebsmittel durch Treesoft CAD zu beschriften ist. Zusätzlich Informationen von dir sind nicht erforderlich und das beschleunigt die Beschriftung erheblich.
Auch Eigenschaften eines Symbols können bereits im Namen codiert sein. So steht beispielsweise STRS für einen rastenden Schalter oder Taster mit Schließerfunktion, während SDRO einen rastenden Drehschalter mit Öffnerfunktion beschreibt.
Das gleiche Prinzip findest du bei den Matchcodes der Treesoft-Textformate wieder:
AOfür Anschluss oben,B3für einen BMK-Text mit 3,5 mm Höhe,QTfür einen Querverweis in der Teildarstellung.
Wer sich mit dieser Systematik vertraut macht, muss Befehle, Symbole und Formate nicht mühsam suchen. In diesem Workshop hilft dir Julia dabei, die dahinterliegende Logik zu erkennen und für deine tägliche Arbeit zu nutzen.
Das Startcenter an deine Arbeitsweise anpassen
Das Startcenter ist weit mehr als eine Übersicht zuletzt verwendeter Projekte. Es lässt sich an deine persönlichen Aufgaben und Arbeitsabläufe anpassen.
Julia zeigt dir unter anderem:
- wie du eigene Widgets anlegst,
- wie du Widgets sinnvoll sortierst,
- wie du nicht benötigte Widgets deaktivierst,
- wie du ausgeblendete Widgets wieder aktivierst,
- und wie du dir ein Startcenter zusammenstellst, das dich bei deiner täglichen Arbeit wirklich unterstützt.
So beginnt effizientes Arbeiten bereits beim Start von Treesoft CAD.
Symbole und Artikel schneller finden
Die Funktion Symbol über Katalogbaum setzen wird von nahezu jedem Treesoft-CAD-Anwender verwendet. Aber nutzt du tatsächlich alle Möglichkeiten der [F2]-Funktion? Wann ist die Funktion Symbol setzen [F4]-Funktion die bessere Wahl.
Im Workshop zeigen wir dir:
- wie du die einzelnen Fenster ein- und ausblendest,
- wie du die Katalogfenster mit einem einzigen Befehl auf einen zweiten Bildschirm verschiebst,
- welche Bedeutung die Schaltflächen in den Dockfenstern Artikel und Symbolname haben,
- wie du Symbole und Artikel über unterschiedliche Suchwege findest,
- wann die Auswahl über den Katalogbaum sinnvoll ist,
- und wann du mit
[F4]und der direkten Eingabe des Symbolnamens wesentlich schneller ans Ziel kommst.
Du lernst nicht nur verschiedene Wege kennen, sondern erfährst auch, welcher davon sich für welche Aufgabe am besten eignet.
Der Eigene Katalog – die Grundlage für effizientes Arbeiten
Ein übersichtlich aufgebauter Eigener Katalog spart jeden Tag Zeit. Häufig benötigte Symbole, Makros und Artikel stehen damit genau dort zur Verfügung, wo du sie erwartest.
Auf Wunsch zeigt Julia dir:
- wie du den Eigenen Katalog aufbaust und pflegst,
- wie du Artikeln die passenden Symbole zuordnest,
- wie du Symbole und Artikel aus einem externen Katalog in den Eigenen Katalog übernimmst,
- wie du eine sinnvolle und dauerhaft pflegbare Katalogstruktur entwickelst,
- was das Ausrufezeichen an der Wurzel eines Katalogs bedeutet,
- und wie du die zugrunde liegende Ursache korrigierst.
Ein gut strukturierter Eigener Katalog ist ein wichtiger Bestandteil des Produkt-Customizings. Je besser Treesoft CAD an deine wiederkehrenden Aufgaben angepasst ist, desto weniger Zeit verbringst du mit Suchen und desto mehr Zeit bleibt für die eigentliche Projektierung.
Symbole richtig erstellen und Textformate sicher verwenden
Bei der Erstellung eigener Symbole kommt es nicht nur darauf an, wie das Symbol auf dem Bildschirm aussieht. Entscheidend ist auch, ob es später richtig beschriftet, ausgewertet und in Klemmenplänen, Stücklisten oder anderen Auswertungen verarbeitet werden kann.
Eine der wichtigsten Grundlagen ist deshalb die konsequente Verwendung der vorhandenen Treesoft-Textformate. Sie sorgen für eine einheitliche Darstellung und stellen die Verbindung zu den vorgesehenen Beschriftungs- und Auswertungsfunktionen her.
Im Workshop klären wir unter anderem:
- was sich hinter den unterschiedlichen Textformaten verbirgt,
- welche Informationen über ein Textformat gesteuert werden,
- warum Anschluss oben und Anschluss unten auch tatsächlich für die entsprechenden Anschlussbezeichnungen verwendet werden sollten,
- welche Auswirkungen eine falsche Zuordnung auf den Klemmenplan haben kann,
- warum frei angelegte Textformate häufig zu unnötigen Problemen führen,
- und weshalb du den Service ansprechen solltest, wenn dir scheinbar ein Textformat fehlt.
Ein vermeintlich fehlendes Textformat ist häufig ein Hinweis darauf, dass bereits ein geeignetes Format vorhanden ist oder dass eine vorgesehene Beschriftungs- oder Auswertungslogik übersehen wurde. Julia zeigt dir, wie du das richtige Format erkennst und sinnvoll einsetzt.
Auch hier begegnet dir wieder das ACC-Prinzip: Bezeichnungen wie AO, B3 oder QT sind nicht zufällig gewählt, sondern helfen dir dabei, das benötigte Textformat schnell zu identifizieren.
Beschriftungsregeln und Betriebsmittelkennzeichen optimal nutzen
Warum die Blatt-/Pfad-Beschriftung heute häufig die schlechtere Wahl ist
Wir stellen immer wieder fest, dass auch bei neu angelegten Projekten noch mit der Blatt-/Pfad-Beschriftung gearbeitet wird. Häufig wird dies damit begründet, dass zahlreiche vorhandene Standardschaltpläne nach dieser Regel beschriftet wurden.
Im Workshop zeigen wir dir:
- welche Vorteile eine strukturierte und normorientierte Betriebsmittelkennzeichnung bietet,
- warum insbesondere spätere Änderungen und Erweiterungen damit einfacher werden,
- wie sich Betriebsmittel unabhängig von ihrer aktuellen Position eindeutig identifizieren lassen,
- und wie Treesoft CAD vorhandene Schaltpläne beim Übernehmen automatisch an die Beschriftungsregel des aktiven Projekts anpassen kann.
Du musst vorhandene Standardschaltpläne also nicht aufgeben, nur weil du in neuen Projekten eine modernere Beschriftungsregel verwenden möchtest.
Ein vermeintlich fehlendes Textformat ist häufig ein Hinweis darauf, dass bereits ein geeignetes Format vorhanden ist oder dass eine vorgesehene Beschriftungs- oder Auswertungslogik übersehen wurde. Julia zeigt dir, wie du das richtige Format erkennst und sinnvoll einsetzt.
Auch hier begegnet dir wieder das ACC-Prinzip: Bezeichnungen wie AO, B3 oder QT sind nicht zufällig gewählt, sondern helfen dir dabei, das benötigte Textformat schnell zu identifizieren.
Symbolische BMKs – kopieren, ohne Zuordnungen zu verlieren
Die symbolischen Betriebsmittelkennzeichen sind eine besondere Treesoft-Funktion. Wenn du beispielsweise das Motorschütz -Q43 kopierst, erzeugt Treesoft CAD zunächst das symbolische BMK $-Q43.
Kopierst du anschließend auch den zugehörigen Steuerungsteil mit den Kontakten und lässt danach die symbolischen BMKs ersetzen, erhält das neue Motorschütz automatisch ein freies BMK – beispielsweise -Q44. Die dazugehörigen Kontakte werden ebenfalls richtig zugeordnet.
Dadurch kannst du:
- doppelte BMKs vermeiden,
- Leistungs- und Steuerungsteile nacheinander kopieren,
- zusammengehörige Betriebsmittel und Kontakte automatisch zuordnen lassen,
- vorhandene Schaltungen wesentlich schneller wiederverwenden,
- und komplexe Schaltungsteile sicher vervielfältigen.
Diese Funktionalität ist zugleich eine wichtige Grundlage des Treesoft-Schaltplankonfigurators. Was in der Beschreibung zunächst kompliziert klingen mag, ist nach einer praktischen Demonstration leicht nachvollziehbar. Sobald du die Logik verstanden hast, erleichtert sie die Projektierung erheblich.
Autoconnect richtig einsetzen
Die Funktion Autoconnect verbindet Betriebsmittel automatisch miteinander. Die Verbindungslinien werden dabei in dem Objekttyp gezeichnet, der an den Anschlusspunkten des Symbols hinterlegt ist – üblicherweise als durchgezogene Linie mit einer Linienbreite von 0,35 mm.
Aber was machst du, wenn eine Verbindung ausnahmsweise strichpunktiert dargestellt werden soll, beispielsweise weil sie nur unter bestimmten Voraussetzungen hergestellt wird?
Für jede denkbare Linienart eigene Symbole anzulegen, wäre unnötig aufwendig. Stattdessen kannst du freie Anschlusspunkte auf die im Symbol vorhandenen Anschlusspunkte setzen und darüber die gewünschte Darstellung steuern.
Julia erklärt dir:
- nach welchen Regeln freie Anschlusspunkte gesetzt werden,
- welcher Anschlusspunkt beim automatischen Verbinden berücksichtigt wird,
- wie sich überlagerte Anschlusspunkte beim Verschieben verhalten,
- was beim Kopieren der Symbole geschieht,
- und wie du unterschiedliche Verbindungstypen verwendest, ohne deine Symbolbibliothek unnötig aufzublähen.
SAA/CUA statt Ribbon – klare Wege zum Befehl
Ribbons oder Menübänder wurden entwickelt, um möglichst viele Funktionen sichtbar und thematisch gruppiert anzubieten. Microsoft beschreibt das Ribbon ausdrücklich als Ersatz für verschachtelte Menüs und Symbolleisten und nennt dabei insbesondere die bessere Auffindbarkeit von Funktionen als Ziel. Für gelegentliche Anwender kann dieses Konzept hilfreich sein. Bei regelmäßig wiederkehrenden CAD-Arbeitsschritten führt die Verteilung der Befehle auf unterschiedliche Registerkarten jedoch häufig dazu, dass immer wieder gesucht und umgeschaltet werden muss.
Treesoft CAD verfolgt deshalb bewusst eine andere Bedienphilosophie. Unsere Oberfläche orientiert sich an einer klassischen, SAA/CUA-basierten Bedienlogik. Fachlich korrekt ist dabei die Bezeichnung CUA – Common User Access –, denn CUA ist die innerhalb der IBM Systems Application Architecture definierte Spezifikation für Benutzeroberflächen. Dazu gehören unter anderem klar gegliederte Menüs, Pull-down-Menüs, Funktionsaufrufe und kontextbezogene Dialoge.
Im Workshop zeigen wir dir die Vorteile der Treesoft-Oberfläche:
- Die Menüstruktur bleibt übersichtlich und nachvollziehbar.
- Befehle befinden sich an dauerhaft vorhersehbaren Stellen.
- Symbolleisten werden kontextbezogen eingeblendet.
- Es wird jeweils nur die Symbolleiste angezeigt, die für die aktuelle Aufgabe benötigt wird.
- Die Zeichenfläche wird nicht dauerhaft durch ein großflächiges Menüband verkleinert.
- Tastaturbefehle und Menüs ergänzen sich.
- Häufig benötigte Funktionen können über ACC unmittelbar aufgerufen werden.
Auch der Befehl Optionen steht in vielen Menüs direkt zur Verfügung. Rufst du die Optionen beispielsweise aus dem Menü Text auf, wird im Optionenbaum automatisch der dazugehörige Zweig markiert. Du musst die passende Einstellung also nicht erst in einem umfangreichen Dialog suchen.
Im Workshop geht es nicht darum, ein Bedienkonzept pauschal als gut oder schlecht zu bezeichnen. Wir zeigen dir vielmehr, warum Treesoft CAD für die tägliche professionelle Arbeit auf stabile Befehlswege, eine kompakte Oberfläche und eine konsequente Tastaturbedienung setzt – und wie du davon in deiner täglichen Arbeit profitierst.
Für wen ist dieser Workshop geeignet?
Der Workshop richtet sich an:
- neue Treesoft-CAD-Anwender, die von Beginn an richtig und effizient arbeiten möchten,
- erfahrene Anwender, die bisher nur einen Teil der vorhandenen Möglichkeiten nutzen,
- Key-User und Administratoren, die Treesoft CAD im Unternehmen einrichten und anpassen,
- Anwender, die eigene Kataloge, Symbole oder Standardschaltungen pflegen,
- und alle, die nicht nur wissen möchten, welchen Befehl sie aufrufen müssen, sondern auch verstehen wollen, warum dieser Befehl so funktioniert.
Bringe gerne deine Fragen und typische Aufgabenstellungen aus deinem Arbeitsalltag mit. Julia Homberg zeigt dir die Zusammenhänge verständlich, in Ruhe und direkt in Treesoft CAD.
Entdecke die Grundlagen, die du vielleicht schon täglich verwendest – aber noch nicht vollständig ausschöpfst.